
Seit einigen Jahren taucht eine Diskussion immer wieder auf:
Zu viele Brettspiele in der Sammlung sollen stressen. Man müsse verkleinern, aussortieren, reduzieren. Weniger sei mehr.
Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Denn nicht jede große Brettspielsammlung ist ein Problem – für viele ist sie genau das Gegenteil.
Eine große Brettspielsammlung ist kein Zwang
Eine Brettspielsammlung ist kein Pflichtprogramm und kein Backlog, der abgearbeitet werden muss.
Wenn ich heute Lust auf ein bestimmtes Spiel habe, spiele ich es heute. Wenn ich in zwei Jahren Lust auf Caverna habe, gehe ich an mein Regal und spiele Caverna. Genau dafür stehen die Spiele dort.
Sie erzeugen keinen Druck. Sie warten einfach.
Zeit ist kein allgemeingültiges Argument
Häufig wird argumentiert, man habe für so viele Spiele doch gar keine Zeit. Doch Zeit ist kein objektiver Maßstab.
Jeder investiert unterschiedlich viel Zeit in sein Hobby. Für manche sind Brettspiele ein gelegentlicher Zeitvertreib, für andere ein fester Bestandteil ihres Alltags.
Die Größe einer Sammlung sagt nichts darüber aus, wie sinnvoll, intensiv oder gesund jemand sein Hobby lebt.
Die Diskussion entsteht oft in einer Brettspiel-Bubble
Viele dieser Debatten entstehen innerhalb einer sehr speziellen Bubble. Menschen, die sich intensiv mit Brettspielen beschäftigen, viel konsumieren, viel reflektieren und oft auch öffentlich darüber sprechen. Das ist wertvoll und wichtig.
Aber es ist nicht der gesamte Markt.
Wie in vielen anderen Hobbys gibt es auch im Brettspielbereich Menschen, die ihre Leidenschaft nicht nur durch Spielen, sondern auch durch Sammeln ausdrücken.
Das Regal als Ort der Freude
Für viele ist es ein echtes Wohlgefühl, den Blick durch große Spieleregale wandern zu lassen.
Kleine und große Spiele, Klassiker, Exoten und Raritäten. Wunderschöne Cover, besondere Editionen, zahlreiche Erweiterungen.
Das ist kein Stress.
Das ist Freude, Inspiration und Erinnerung.
Weniger ist nicht immer mehr
Natürlich kann es befreiend sein, Dinge loszulassen. Natürlich darf man seine Brettspielsammlung hinterfragen.
Aber die pauschale Aussage, große Brettspielsammlungen seien grundsätzlich belastend oder problematisch, wird dem Hobby nicht gerecht.
Manchmal ist weniger mehr.
Und manchmal ist mehr einfach mehr.
